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Sommeruniversität Ratzeburg zieht positive Bilanz

Ratzeburg. „Unsere Einstellung zu den Wäldern des Ostseeraums und weltweit ist ein Prüfstein für eine zukünftige globale Kultur der Nachhaltigkeit“, heißt es in einer Abschlusserklärung der Ratzeburger Sommeruniversität, die sich als Forum für Ethik und Kultur der Nachhaltigkeit im Ostseeraum definiert.
80 Gäste aus zehn Ländern des Ostseeraums, aber auch aus England und Japan, waren gekommen. „Ziel der Sommeruniversität war und ist es, die Begegnung von Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Umweltaktivisten und Kirchenvertretern aus Deutschland und anderen Ländern zu fördern“, erläuterte der Geschäftsführer der verantwortlichen Ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit, Pastor Arnd Heling, am Ende der Tagung. „Wir wollen Querverbindungen über die Institutionen, aber auch unterschiedlichen Positionen und Disziplinen hinweg herstellen. Denn Nachhaltigkeit wollen alle – nur die Vorstellungen davon sind oft unterschiedlich.“
Die Ratzeburger Sommeruniversität ging diesen Vorstellungen in zahlreichen Vorträgen, Exkursionen und Aktionen nach. Die Abschlusserklärung betont die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz, sie diskutiert verschiedene Formen der zertifizierten Waldwirtschaft, stellt die Schaffung eines Bürgerwaldes vor, um private Anleger auch an der Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung teilhaben zu lassen, appelliert an die Verbraucher und Institutionen, sich verstärkt auf die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz im Baubereich einzulassen, und fordert zur vollen Verantwortungsübernahme jedes Bürgers, Unternehmens für ihren jeweiligen CO2-Ausstoß durch Unterstützung von Neuwaldbildungen und Wiederaufforstungen auf.
Nicht zuletzt geht die Abschlusserklärung der spirituellen Bedeutung des Waldes nach: „Zahlreiche Kulturen nutzen nicht allein die Ressourcen der Wälder, sondern weisen vor allem einzelnen älteren Baumgestalten, Hainen, Waldquellen und Felsformationen einen spirituellen Wert bei“, wusste etwa Michael Shackleton, britischer Anthropologe mit einer Professur an der Universität Tokio, zu berichten. Er vertrat die britische Stiftung ARC (Association Religion and Conservation), die zusammen mit der schwedischen Kirche und japanischen Shintoisten (der alten Volksreligion Japans) das globale Projekt „Faith und Forests“ gestartet hat, das die Religionsgemeinschaften mit Besitz von Wäldern zu einem aktiven Waldmanagement auffordert. Diese Idee soll nun von Ratzburg aus in den weiteren Ostseeraum transportiert werden.
Gleichsam zur Besiegelung dieser Idee Pflanzten der Schleswiger Bischof Gerd Ulrich und der Shintopriester Ina Takao symbolträchtig je einen Baum im Baumpark Ratzburg: einen Ginkgo und einen Wildapfel.
„Nicht nur für die kulturelle Identität der Menschen und Völker, sondern auch für ihre seelische Erholung sowie ihre religiöse und spirituelle Rückbindung ist der Wald in einem natürlichen oder naturnahen Zustand von größter Bedeutung“, heißt es in der Erklärung.



 

   
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